Was hat Lautenmusik aus der ungarischen Renaissance mit einem improvisierenden Quartett von heute zu tun? Und erfährt man da etwas darüber, wenn man sich Hicsuntleones anhört?
Manuel Menigs, Philipp Schaufelberger, Christian Weber und Julian Sartorius haben in den letzten 2 Jahren einen kammermusikalischen Diskurs verfolgt, bei dem das Gleichgewicht zwischen Freiheit der einzelnen Stimme und amalgamischem Zusammenklang immer feiner austariert wird. Als ein allen vier Musikern gemeinsames Interesse an alter Musik entdeckt wird, führt das zur Suche nach Literatur, die sich für Trompete, Gitarre und Kontrabass (mit obligatem Schlagzeug) arrangieren liesse. Was sich als genauso schwierig erwies, wie es klingt, sollte es doch ausserdem komplex, raffiniert und natürlich herzergreifend sein.
Valentin Bakfark war einer der bedeutendsten Instrumentalkomponisten der Renaissance, seine Kompositionen und Bearbeitungen zeitgenössischer Madrigale und Motteten zeichnen sich durch bedeutende instrumentale Technik und eine kunstvolle Polyphonie auf der Höhe seiner Zeit aus. Nach dieser Entdeckung konzentrierte sich das Quartett eine ganze Weile ausschliesslich auf das Studium dieser wundervollen Musik.
Darauf, wie sich das nun auf das improvisierte Spiel auswirkt und wie sich diese beiden Pole in einem Konzertabend vereinen lassen, darf man gespannt sein. Da ist auch ein gerüttelt Mass Abenteurlust im Spiel, «Hic sunt Leones» bezeichnete schliesslich die weissen Flecken auf den Landkarten früher Forschungsreisender.